Zeittafel
1996
Februar
Es wurde der Versuch gestartet wieder einen Chor auf die Beine zu stellen. Das Alter der Teilnehmer war Nebensache. Beim ersten Treffen kamen 20 Interessenten und die Hoffnung keimte auf, dass es klappt. Aber bei jedem weiteren Treffen kamen immer weniger und schließlich hörten wir ganz auf.
01.Mai
Die Geburtsstunde unserer Frauenabteilung in der Freiwilligen Feuerwehr.
November
Aufruf zur Erschaffung eines  Heimbacher Wappens, welches dann am 01.Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
1997

Die Heimbacher Kinder und Jugendlichen brauchen ab jetzt nicht mehr mitten im Ort zwischen Autos Streatball spielen.
In dankenswerter Weise spendete Familie Fröbisch einen großzügigen Geldbetrag und den noch fehlenden Rest legte der Ortsbeirat drauf.
So konnte ein Basketball-Korb angeschafft werden, der durch die Mitarbeiter des städt. Bauhofes fachgerecht aufgestellt wurde.
Juli
Es wird bei der Deutschen Post angefragt, ob die Filiale in Heimbach geschlossen werden soll.
Die Antwort war nicht sehr ermutigend. Die nötige Grundarbeitszeit würde nicht erreicht. Der genaue Zeitpunkt der Schließung stehe noch nicht fest, wir würden  jedoch 10 Wochen vor der Änderung ins Benehmen gesetzt.
August
Der Ortsbeirat startet eine Unterschriften Aktion gegen die Schließung der Poststelle.
Die Unterschriftenliste wird dem Bürgermeister übergeben. Ebenso wird der Post nochmals ein Schreiben mit Gegenargumenten und einer Unterschriftenliste zugesandt.
1998

14.März

Unsere Postfiliale musste schließen. 
Schon 1996 fragte der Ortsbeirat beim Magistrat nach und bekam zur Antwort, dass von Schließungsabsichten nichts bekannt wäre.
44 Jahre HCC oder 3 tolle Tage Dorffest
1999
 AidA - keine Oper in zwei Akten

...... Erster Akt
Es war ein ruhiger Donnerstagabend im Juni '99, man saß bei einem schönen Glas Wein und schaute gemütlich TV. Das Telefon klingelte, was nicht ungewöhnlich ist, nur mit dem Klingeln war unsere Ruhe vorbei. Der erste Anrufer einer langen Kette "Seht ihr HR3 ? Margit muss unbedingt dort anrufen, dann kommt Heimbach ins Fernsehen". Nun ja, man kann mir ja viel erzählen, beim Fernsehen anrufen April, April! Höflich weitergeredet und tschüss gesagt. Wieder hingesetzt und Beine hoch. Ring! Ring! Jetzt war die Ruhe wirklich vorbei. "Habt ihr's 3.Programm drin? Margit soll bei AidA anrufen". Jetzt muss ich es doch langsam glauben, irgend jemand von den Anrufern konnte mir auch eine Telefonnummer geben, wo ich ich anrufen musste. Jetzt ging's los, nachts gegen 23.00 Uhr kam das Fernsehen in Heimbach an. Unsere "Heimbachstube" war logischerweise noch sehr gut gefüllt. Ein Schlachtplan für den nächsten Tag wurde erstellt und unser "Heimbach-Lied" noch lautstark geträllert.
Samstagmorgen gegen 11.00Uhr trafen wir uns wieder. Unsere Showtanzgruppe "All for one" legte einen tollen Musketier-Tanz aufs Parkett, unsere ehemalige Schwalbenkönigin Simone I. wurde mit einer Kutsche den Sonnenhang entlang kutschiert, unsere Friseurin Renate Schmidt zauberte ein blondes Strähnchen dem Patrick ins Haar, Hans Szankovich zeigte seine Holzschnittkünste und Jürgen Diefenbach führte als stolzer Vogelvater seine Kanarienzucht vor. Zu guter letzt nach einem wunderschönen Dreh über unseren Ort, besuchte das Fernsehteam unseren Dorfältesten (92) Fritz Diefenbach.
... zweiter Akt

Erwin Daum (82), aus Neunkirchen sah Samstagabend die Sendung und rief: "Das ist doch der Fritz Diefenbach!" Mit diesem Ausruf wurden alte Erinnerungen geweckt. Man kannte sich schon aus dem Jahr 1944. Dort wurden die Beiden von Marseille in einer 16tägigen Schiffsreise auf einem "Seelenverkäufer" nach Florida in Kriegsgefangenschaft gebracht.
Trotzdem erinnert sich Fritz Diefenbach gern an diese Zeit. Seinen Beruf als Schreiner konnte er bei den dortigen Offizieren oft ausüben, ebenso war er als Babysitter ein gefragter Mann, da er mit Kindern sehr gut umgehen konnte. Daum arbeitete in der Küche und so konnten sie sich abends bei einer Lucky Strike erzählen, was am Tag so alles ablief. 1946 wurden die beiden Kameraden getrennt. Daum kam nach Frankreich und wurde aus der Gefangenschaft entlassen. Fritz Diefenbach kam ins englische Birmingham, wo er 1948 entlassen wurde. Seine Frau hatte über ein Jahr nichts von Diefenbach gehört. Sie setzte alle Heben in Bewegung und endlich konnte der Suchdienst des DRK ihn ausfindig machen.
Das letzte Wiedersehen der beiden Kameraden lag jetzt schon wieder 30 Jahre zurück. Wie gesagt, Daum glaubte seinen Augen nicht zu trauen, den Fritz putzmunter im Fernsehen zu sehen. Er versuchte auf alle möglichen Wege seinen Kameraden ausfindig zu machen. Übers Internet kam er an die Telefonnummer von meinem Büro, da ich leider nur dienstags Sprechstunde habe, scheiterte der erste Versuch. Jetzt wurden etliche Diefenbach's in Bad Schwalbach angerufen, alle falsch. Ein "falscher Diefenbach" gab den Tipp doch mal den Jürgen Diefenbach anzurufen, weil der doch in Heimbach wohnt, wo der Film auch gedreht wurde. Der Tipp war goldrichtig. Jürgen Diefenbach konnte Daum aufklären, dass Fritz Diefenbach bei seiner Tochter und Schwiegersohn mit Namen Menges wohnt und selbst kein Telefon hat. Nun stand die Verbindung.

Die beiden Kameraden bei ihrem gemütlichen  Beisammensein.
Rechts Erwin  Daum links Fritz Diefenbach

Das Treffen wurde vereinbart. Am Besuchstag fragte Fritz schon morgens um 10.00 Uhr "Wann kommt Erwin?" Endlich kam es mittags zum langersehnten Treffen. Bei Kaffee und Kuchen schwelgte man in Erinnerungen und nahm sich vor, bis zum nächsten Treffen nicht mehr so lange zu warten.

2. Was tat sich sonst noch?

Das Heimbacher Ehrenmal wurde generalüberholt

Lang genug hatte man sich damit zufrieden gegeben, jedes Jahr neue Blumen zu setzen und Unkraut zu jäten.
Jetzt war die Zeit gekommen, dass man das Ehrenmal von Grund auf neu anlegen musste.
Vom Ortsbeirat wurde beschlossen, die Anlage herzurichten. Im Oktober war es dann so weit. Einer hatte Pinsel, Farbe, Pflanzen, Kies und Steine besorgt, ein Anderer brachte Schaufel, Schubkarre, Stromkabel und andere nützliche Teile mit, ein Dritter besorgte einen Hochdruckreiniger. Wer Zeit hatte, fand sich zum ausgemachten Termin ein.
Die ganze Erde, es war mehr als man dachte, wurde entfernt. Danach strahlten wir mit dem Hochdruckreiniger das Gitter sowie die Gedenksteine ab (nicht nur das Ehrenmal wurde nass).
Anschließend füllten wir die frisch durchgesiebte Erde wieder ein, umfassten die Pflanzlöcher mit Randsteinen und setzten neue Pflanzen. Die Zwischenräume wurden mit Kies aufgefüllt. Das Gitter, welches bisher still vor sich hin rostete, bekam auch einen neuen Anstrich und die Inschrift auf dem Gedenkstein wurde mit Goldbronze erneuert.

Die Sockelmauer, die im Laufe der Zeit bröckelig geworden war, wurde von Mitarbeitern des Bauhofes instand gesetzt.
An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Beteiligten für die gute Arbeit.